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von Matthias Lohr
Kassel.
Wenn der Zauberer Bert Rex auf die Bühne des Starclubs kommt, ist es
so, wie der Varieté-Chef Götz Ohlendorf sagt: „Man denkt: Jetzt musst du
ihm helfen." Der Berliner sieht unscheinbar aus wie ein Finanzbeamter,
und seine Tricks gehen alle in die Hose.
Man
unterschätzt den Conférencier des neuen Starclub-Programms leicht, aber
wenn er dann Geld, Tomaten und eine Knoblauchzehe unter eine umgedrehte
Kaffeetasse zaubert und sich in eine verschlossene Holzkiste beamt, ist
man platt.
Bert Rex ist ein bisschen wie der
Starclub. Auch das Varieté hat man zuletzt unterschätzt. Vor einem Jahr
überraschte es sein Publikum mit dem Auszug aus der Kurfürsten-Galerie,
dann gab es monatelang verwirrende Meldungen über eine neue Spielstätte.
Am Ende dachte so mancher über Götz Ohlendorf: „Jetzt musst du ihm
helfen."
Aber im März hat er sein Varieté
wieder an der Goethestraße aufgemacht, wo 1996 alles anfing. Das zweite
Programm dort heißt „Zirkus Lenz", was treffend ist, weil alle
sehnlichst auf den Frühling warten und der Starclub mittlerweile seinen
dritten Frühling erlebt.
Das kleine Theater
mit seinen 130 Plätzen ist noch schnuckeliger geworden. Und das Programm
bietet die ideale Mischung aus atemberaubender Action und ruhigen
Momenten. Für das Adrenalin sorgen der aus Kassel stammende Philip
Behrens alias Phil Os, der mit dem Jongliergerät Diabolo so temporeich
spielt wie ein Punk-Gitarrist auf seinem Instrument, und das Trio The
Liazeed. Die Artisten aus Jamaika und Kuba zeigen ihre unglaubliche
Handstandakrobatik sonst nur in den großen Häusern und bei Festivals.
Ihre mehrfach ausgezeichnete Show ist eigentlich für zwei Jahre
ausgebucht. Nach Kassel sind sie trotzdem gekommen, weil sie den
Starclub noch von ihren Anfängen kennen.
Dazu
kommt waghalsige Anmutigkeit von Tamara Gray an den Römischen Ringen und
komische Pantomime von Herrn Riesling. Wenn er mit seinem Körper
spielt, sieht das bisweilen aus, als würde der Komiker Maddin Schneider
Breakdance machen - nur viel lustiger.
Am Ende
spielt er einen Zaubertrick mit Bert Rex in Superzeitlupe nach. Da
lacht der ganze Saal Tränen. Der Magier kann die Uhr langsamer laufen
lassen. Zurückdrehen muss er sie nicht. Der neue Starclub ist mindestens
so gut wie der alte.
Zirkus Lenz im Kasseler
Starclub, Goethestraße 29: bis 28. Juni donnerstags bis sonntags.
Karten: 0561/766220, www.starclub.de
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